Zeigt ein ewiges Terrarium Evolution?

Wird dein ewiges Terrarium Evolution in den Tieren und Pflanzen darin hervorbringen? Die kurze Antwort ist ja. Wirst du diese Veränderungen beobachten können und irgendwann vollkommen veränderte Lebewesen sehen? Leider nicht. Was genau Evolution ist und warum du sie nicht sehen wirst, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Was ist Evolution überhaupt?

Simpel ausgedrückt beschreibt Evolution die Veränderung von Lebewesen über mehrere Generationen. Wie du sicherlich weißt, kommt die Hälfte deines genetischen Codes von deiner Mutter und die andere Hälfte von deinem Vater. Täglich werden deine Zellen jedoch millionenfach kopiert. Dieser Prozess ist nicht perfekt und es können Fehler entstehen, die deinen genetischen Code (deine DNA) verändern. Das bezeichnet man als Mutation.

Meist äußern sich diese Veränderungen überhaupt nicht. Selten bringen sie negative Aspekte (wie zum Beispiel Farbenblindheit) mit sich und noch seltener entstehen positive Aspekte. Für ein einzelnes Lebewesen sind diese Veränderungen so minimal, dass sie meist gar nicht auffallen. Über viele Generationen hinweg können sich die evolutionären Neuerungen jedoch durch Weitervererbung festigen und so neue Eigenschaften in einer Spezies erschaffen.

Hier kommt das Prinzip des Survival of the Fittest (deutsch: Überleben des am besten Angepassten) ins Spiel. Je besser ein Lebewesen an seine Umgebung angepasst ist, desto wahrscheinlich wird es sich fortpflanzen können und seinen genetischen Code weitervererben. Einfach ausgedrückt setzen sich gute Eigenschaften also durch, während schlechte Eigenschaften langsam aber sicher verschwinden.

Berühmte Beispiele für Evolution

Charles Darwin ist berühmt für die Theorie der Evolution
Charles Darwin ist berühmt für die Evolutionstheorie. Quelle: piqsels.com

Die erste Idee der Evolution hat Charles Darwin 1859 in seinem Buch The Origin of Species (deutsch: Die Entstehung der Arten) veröffentlicht. Häufig werden die Darwinfinken als ausschlaggebende Arten für die Entwicklung der Evolutionstheorie genannt. Das stimmt allerdings nicht. Diese werden in seinem Buch nur beiläufig genannt, sind allerdings dennoch ein berühmtes und vor allem anschauliches Beispiel für die Evolution geworden.

Die Darwinfinken

Bei den Darwinfinken handelt es sich um 18 sehr eng miteinander verwandte Vogelarten von den Galápagos-Inseln im Pazifik. Sie werden daher auch Galápagos-Finken genannt. Das Galápagos-Archipel besteht aus 13 vulkanischen Inseln, die niemals mit dem Festland verbunden waren und somit in gewissem Maße ein geschlossenes Ökosystem für Landtiere darstellen. Sie sind einem ewigen Terrarium damit nicht ganz unähnlich.

Darwinfinken Evolution
Alle 18 Darwinfinken gehen auf eine Spezies von Vorfahren zurück. Quelle: Wikimedia Commons

Ursprünglich kam nur eine kleine Gruppe an Tangaren auf die Galágapos-Inseln. Ja, du liest richtig. Darwinfinken stammen nicht von den Finken ab. Eventuell ist sogar nur ein einzelnes, trächtiges Weibchen auf eine der Inseln gekommen, aus deren Nachkommen sich eine neue Bevölkerung entwickelt hat. Da es auf den 13 Inseln unterschiedliche Begebenheiten gab und die Vögel nicht oft zwischen diesen hin- und herflogen, haben sich über lange Zeit unterschiedliche Eigenschaften der Vögel entwickelt. Sie haben sich also in verschiedene Spezies gespalten, die besser an ihre Inseln angepasst waren.

Sie unterscheiden sich besonders in der Form ihrer Schnäbel und ihren Ernährungsweisen. Lange, spitze Schnäbel sind z.B. besser, um Insekten aus Blumen zu picken. Dicke und breite Schnäbel helfen dabei, Nüsse zu knacken.

Das längste Evolutions-Experiment der Welt

Das bis heute am längsten laufende Experiment zum Nachweisen der Evolutionstheorie wird von Prof. Dr. Richard Lenski an der Michigan State University durchgeführt. Seit über 30 Jahren werden dort jeden Tag neue E. coli Bakterien herangezüchtet und deren Veränderungen beobachtet. Bisher wurden über 50.000 Generationen beobachtet und bereits einige Mutationen festgestellt. Alle Informationen über das Experiment findest du hier. Super zusammengefasst und visuell aufbereitet hat Derek von Veritasium das Experiment in den hier folgenden YouTube-Video.

Hat auch ein ewiges Terrarium Evolution?

Ja, natürlich hat ein ewiges Terrarium Evolution! Sobald du dein ewiges Terrarium verschließt, herrschen komplett neue Bedingungen für deine Tiere und Pflanzen. Einerseits wird die Luftfeuchtigkeit und auch die Temperatur höher sein, als sie es bisher war. Zudem bleiben beide auch viel konstanter als vorher. Es herrscht kein Wind und wirklich regnen wird es auch nicht mehr. Einige Pflanzen und Insekten werde außerdem keine Fressfeinde mehr haben und können sich plötzlich viel offener entfalten, als sie es je konnten.

Es wird in deinem ewigen Terrarium unweigerlich zur Evolution aller Spezies kommen. Die wirst du zu deinen Lebzeiten aber leider nicht augenscheinlich erkennen. Mutationen sind so unfassbar gering und selten, dass es Jahrhunderte dauern kann, bis sich kleinste Änderungen zeigen. Bis sich wirklich lange anhaltendende Änderungen zeigen, kann es sogar bis zu einer Millionen Jahren dauern. Wenn du dein ewiges Terrarium wirklich perfekt konstruierst, werden deine Nachfahren vielleicht andere Tiere sehen als du heute. Du selbst wirst aber wohl kaum einen Unterschied sehen.

Zusammenfassung

Evolution ist ein stetig laufender Prozess, der auch niemals stoppen wird. Zufällige Mutationen treten immer auf, weil der Prozess der Zellteilung nicht perfekt ist. Dadurch entstehen Kopierfehler, die einem Lebewesen andere Eigenschaften geben können. Auch ein ewiges Terrarium zeigt Evolution. Bis bemerkbare Unterschiede auftreten, kann es aber Jahrhunderte oder sogar Millionen von Jahren dauern. Leider wirst du das also nicht mehr miterleben. Du wirst allerdings mehrere Lebenszyklen der Pflanzen und Tiere darin sehen, was ebenso spannend sein kann!

Hier kannst du direkt über das größte, ewige Terrarium der Welt weiterlesen!

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