11 Arten von Moos für dein ewiges Terrarium

Moos ist eine super Bereicherung für dein ewiges Terrarium. Ob Widertonmoos, Silbermoos oder Kegelmoos. Einerseits wächst es so gut wie überall und andererseits hält es dein Substrat stabil, sodass es nicht vom täglichen Wasserzyklus abgetragen wird und sich verdichtet. Außerdem sieht Moos hübsch aus und kann in deinem ewigen Terrarium auch visuell als Rasen, Gebüsch oder Bäumchen funktionieren. Grashalme werden viel zu groß und ähneln in einem ewigen Terrarium eher umgekehrten Lianen. Welche Arten von Moos du hier in Europa finden kannst und welches Moos sich noch eignet, erfährst du hier.

Mehr geeignete Pflanzen für dein ewiges Terrarium findest du in diesem Artikel hier.

Was ist überhaupt Moos?

Moose sind kleine Pflanzen ohne Stützgewebe und ohne Lignin, das zum Beispiel bei Holz für die Härte sorgt. Sie bleiben also ihr Leben lang weich und außerdem auch recht klein, womit sie optimal für ewige Terrarien sind. Die Wissenschaft der Moose heißt Bryologie und unterscheidet zwischen den Sippen der Hornmoose, Lebermoose und Laubmoose. Letztere sind besonders in Deutschland am häufigsten verbreitet. Insgesamt sind rund 16.000 Arten von Moos bekannt.

Welche Moose eignen sich für ewige Terrarien?

Ganz plump gesagt… fast alle. Moos ist wirklich widerstandsfähig und lässt sich in kaum einem Klima wirklich unterkriegen. Es gibt sogar Moose im Polarkreis und Tundra-Gebieten, die dort oftmals einen Großteil der Pflanzen ausmachen und somit immens wichtig für den Fortbestand des Ökosystems sind. Wie alle Pflanzen erzeugen sie nämlich Sauerstoff. Nachfolgend stelle ich dir einige Moose vor, die du hier in Europa finden kannst. Die Liste dazu habe ich beim Garten-Treffpunkt gefunden. Es ist bestimmt eins dabei, das du sehr schön findest und in dein ewiges Terrarium setzen möchtest!

Tipp: Einige dieser Moose stammen aus nährstoffarmen Moorböden und eignen sich somit super für ein ewiges Terrarium mit fleischfressenden Pflanzen!

1. Silbermoos

Silbermoos Bryum argenteum
Silbermoos schimmert silbern. Quelle: Michael Becker bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Silbermoos (Bryum argenteum) gehört zu den Laubmoosen und ist dir bestimmt schon oft begegnet. Es wächst besonders in den Ritzen der Gehwege unserer Städte und wird auch als Kulturfolger des Menschen angesehen. Seinen Namen bekommt es daher, dass die äußeren Zellen kein Chlorophyll bilden und somit eher silber als grün aussehen. Trocknet Silbermoos aus, bilden diese Zellen eine Schutzschicht, die das Licht reflektiert und somit leicht schimmert.

2. Gewöhnliches Widertonmoos

Goldenes Frauenhaarmoos Gewöhnliches Widertonmoos Polytrichum commune
Gewöhnliches Widertonmoos sieht sternförmig aus. Quelle: Hans Hillewaert bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Das Gewöhnliche Widertonmoos (Polytrichum commune) wird auch als Goldenes Frauenhaarmoos bezeichnet und gehört ebenfalls zu den Laubmoosen. Dieses Widertonmoos ist mit einer Höhe von 10 bis 40 cm das höchste Moos Europas und damit vielleicht sogar etwas zu groß für kleine Flaschengärten. Es wirkt aus der Ferne etwas grün-bläulich und bildet lange Stängel mit kleinen, schmalen Blättchen. Wenn du gewöhnliches Widertonmoos suchst, findest du es speziell an feuchten Stellen in Nadelwäldern. Es ist besonders schön, da das Moospolster sternchenförmig aussieht.

Es gibt eine ganze Menge Widertonmoose, die alle unterschiedliche Eigenschaften haben! Ein weiteres lernst du gleich kennen. Wenn du aber noch viel mehr herausfinden willst, lese den Artikel speziell über die wichtigsten Widertonmoos-Arten.

3. Schönes Widertonmoos

Schönes Widertonmoos Polytrichum formosum
Schönes Widertonmoos ist ebenso sternförmig. Quelle: Alexander Klink bei Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Das Schöne Widertonmoos (Polytrichum formosum) ist mit dem eben gewöhnlichen Widertonmoos sehr nah verwandt und lässt sich ebenfalls in feuchten Nadelwäldern antreffen. Es unterscheidet sich darin, dass das Moospolster etwas steifer ist als beim gewöhnlichen Widertonmoos. Schönes Widertonmoos nimmt allerdings dieselbe Sternenform an. Interessant sind hier auch die Sporenkapseln, die selbst bei kleinen Berührungen einen Sporenregen auslösen können.

4. Polster-Kissenmoos

Polster-Kissenmoos Grimmia pulvinata
Polster-Kissenmoos sieht wirklich aus wie ein Nadelkissen. Quelle: Michael Becker bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Dieses Polster-Kissenmoos (Grimmia pulvinata) ähnelt im wahrsten Sinne kleinen Kissen und wächst genauso wie das Silbermoos häufig in Städten. Du erkennst es an der runden Form und der schwarzen, bis blaugrünen Farbe. Im Licht schimmert es ähnlich wie Silbermoos. Es ist außerdem extrem resistent gegen Trockenheit und überlebt auch die vollkommene Austrocknung. Pflanzt du dieses Moos in ein ewiges Terrarium, kann es aussehen wie ein kleines Gebüsch.

5. Kegelmoos

Kegelmoos Gemeines Kurzbüchsenmoos Brachythecium rutabulum
Kegelmoos. Quelle: Michael Becker bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kegelmoos (Brachythecium rutabulum) ist auch als Gemeines Kurzbüchsenmoos bekannt, aber das wollte ich nicht in die Überschrift schreiben. Es ist ebenfalls bis in die Innenstädte zu finden und ähnelt in seiner Blattstruktur einem Nadelbaum. Biologisch ist es damit natürlich aber eigentlich gar nicht verwandt. Es kann in unterschiedlichen Farben auftreten. Dabei sind grün, gelb-grün und gold-grün nicht unüblich.

6. Torfmoos

Sphagnum Torfmoos Ewiges Terrarium Moos
Trügerisches Torfmoos. Quelle: Christian Fischer bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Über Torfmoose (Sphagnum) hab ich auf diesem Blog schon häufiger geschrieben. Dabei ging es allerdings immer um Substrate und nicht um die lebendige Pflanze selbst. Getrocknete Torfmoose eignen sich aufgrund ihrer Struktur besonders gut als Zustand für Substrate, damit diese sich nicht so leicht verdichten. Das ist wichtig, damit Wasser und Sauerstoff dort gut hindurchfließen können.

Hierbei handelt es sich nicht um eine einzige Spezies, sondern gleich um eine ganze Gattung, die zu den Laubmoosen gehört. Ähnlich wie fleischfressende Pflanzen stammen sie aus nährstoffarmen Torfböden und Sümpfen. Um sie zu finden, musst du dich also schon ein bisschen auf die Suche begeben. Sie überleben in deinem ewigen Terrarium allerdings auch mit etwas weniger Wasser als dort.

7. Brunnenlebermoos

Brunnenlebermoos Marchantia polymorpha
Brunnenlebermoos. Quelle: Manfred Morgner bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha) ist ein extrem widerstandsfähiges Moos und kommt daher auf allen Kontinenten vor. Es braucht weder bestimmte Lichtverhältnisse noch Temperaturen, ist resistent gegen Schwermetalle und Luftverschmutzung. Lediglich etwas Feuchtigkeit und ein Boden, in dem es sich verankern kann, sind notwendig. Da sie so resistent sind, kannst du sie quasi überall finden. Dieses Moos eignet sich wunderbar für ein ewiges Terrarium.

8. Hübsches Goldhaarmoos

Ewiges Terrarium Hübsches Goldmoos Orthitrichum pulchellum
Hübsches Goldmoos. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Das Hübsche Goldhaarmoos (Orthotrichum pulchellum) hat ähnlich dem Schönen Widertonmoos lange Fasern, die sich im trockenen Zustand kräuseln. Du findest es am häufigsten an der Nord- und Ostsee. Wenn du dieses Moos in dein ewiges Terrarium setzt, solltest es am besten auf einen Stein oder ein Stück Baumrinde setzen. Es lebt nämlich, wie die meisten Orchideen auch, epiphytisch. Das heißt, es wächst im wahrsten Sinne des Wortes auf Bäumen. Wie du sehen kannst, konnte ich für dieses Moos kein Foto zur freien Benutzung finden. Daher siehst du hier nur die Zeichnung der ersten Entdeckung des Mooses. Du kannst aber viele Fotos online finden.

9. Sparriges Kranzmoos

Sparriges Kranzmoos Rhytidiadelphus squarrosus
Sparriges Kranzmoos. Quelle: Michael Becker bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Suchst du ein blasses oder olivgrünes Moos, ist das Sparrige Kranzmoos (Rhytidiadelphus squarrosus) ein guter Kandidat. Allerdings wird auch dieses Moos mit einer Höhe von 15 cm relativ hoch und kann ein ewiges Terrarium schnell zuwuchern. Es bildet unregelmäßige Blätter an den langen Stängeln und verträgt nährstoffarme Böden. Manchmal triffst du es auch in der Innenstadt an.

Fun Fact! Man nennt dieses Moos aus Sparriger Runzelbruder. Was für ein Name!

10. Gemeines Weißmoos

Ewiges Terrarium Gemeines Weißmoos Leucobryum glaucum wird oft im Modellbau verwendet
Gemeines Weißmoos. Quelle: Jerzy Opioła bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Gemeine Weißmoos (Leucobryum glaucum) ähnelt dem Polster-Kissenmoos in seiner Form sehr stark, sieht aber ziemlich künstlich aus, weil es eine uniforme Oberfläche hat. Das siehst du hier ja selbst. Es wird deswegen auch häufig im Modellbau verwendet. Die Kissen können bis zu 20 cm breit werden. Zu finden ist das Gemeine Weißmoos auf allen Kontinenten, abgesehen von der Antarktis. Es mag besonders gern kalkfreie Böden und ist besonders auch auf totem Holz zu finden.

11. Javamoos

Ewiges Terrarium Javamoos Taxiphyllum barbieri
Javamoos. Quelle: Buchling bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Ein sehr beliebtes Moos für Terrarien ist das Javamoos (Taxiphyllum barbieri). Ursprünglich kommt es von Flussufern in Südostasien und ist bezüglich der Wasser- und Bodenqualität sehr widerstandsfähig. Es überwuchert Böden relativ schnell und mag besonders gern eine hohe Luftfeuchtigkeit. Javamoos in einem ewigen Terrarium ist es ziemlich egal, wo es du draufsetzt. Es kann epiphytisch, lithophytisch und terrestrisch wachsen (also auf Holz, Steinen und Erde). Es findet sogar auf Plastik oder Glas Halt und eignet sich super, um ein ewiges Terrarium deutlich grüner zu machen. Hier in Europa findest du Javamoos nirgends, kannst es aber sehr günstig online kaufen. Hier steht zwar, dass es sich um eine Wasserpflanze handelt, aber Javamoos kann auch an der Luft wachsen. Wichtig ist nur, dass die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt!

Zusammenfassung

Moos eignet sich super für ein ewiges Terrarium oder einen Flaschengarten. Es tritt in vielen verschiedenen Formen auf, die den unterschiedlichsten Pflanzen ähneln. Somit kann es als Miniatur-Variante für Bäume, Büsche und Rasen dienen. Viele unterschiedliche Arten findest du nicht nur in Wäldern, sondern sogar in der Innenstadt. Lediglich das stark wuchernde Javamoos, das auf quasi jeder Unterlage Halt findet, musst du online kaufen.

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