Ewiges Terrarium – Was ist das und wie funktioniert es?

Wie funktioniert es, das ewige Terrarium? Ein ewiges Terrarium ist ein geschlossenes Ökosystem und basiert einfach erklärt auf drei Zyklen. Dies sind der Wasserzyklus, der Sauerstoffzyklus und der Nährstoffzyklus. Kommt einer dieser Zyklen ins Ungleichgewicht, wird dein ewiges Terrarium nicht mehr funktionieren. Mehr über diese drei Zyklen erfährst du hier.

Ewige Terrarien in seltsamen Gefäßen
Ewige Terrarien in komisch geformten Gefäßen

Wie du ein ewiges Terrarium selber bauen kannst und welche Materialien, welche Pflanzen und welche Tiere dort hinein gehören, erkläre ich dir ja bereits in meiner ultimativen Anleitung zum Basteln eines ewigen Terrariums. All diese Bestandteile formen die drei Zyklen. Wie die genau funktionieren, erfährst du jetzt.

Der Wasserzyklus

Einer der Zyklen ist der Wasserzyklus. Wie du sicherlich weißt, braucht quasi alles Leben auf der Erde Wasser, um zu existieren. Zwar ist Wasser ein sehr begrenzter Rohstoff in deinem geschlossenen Glas, aber du hast ja sichergestellt, dass du genau die richtige Menge hast, damit nichts verdurstet oder ertrinkt. Deine Pflanzen entziehen dem Boden Wasser und nutzen es, um Nährstoffe aus dem Boden durch ihre Stängel bis in ihre Blätter und Blüten zu transportieren.

Der Wasserzyklus in einem ewigen Terrariums
Wasserzyklus in einem ewigen Terrarium

Ist das Wasser in den Blättern angekommen, gelangt es durch sogenannte Transpiration wieder nach Außen, wo es verdunsten kann. Dort wird es von der Luft aufgenommen. Es erhöht sich also die Luftfeuchtigkeit. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie in sich aufnehmen. Wird es nachts durch die Dunkelheit kühler, muss die Luft das Wasser wieder abgeben. Das erkennst du morgens daran, dass Wassertropfen auf den Blättern und an der Glasscheibe hängen. Das ist Kondenswasser oder auch einfach Tau. Das Wasser wird dann einfach durch die Schwerkraft wieder in den Boden fließen, wo die Wurzeln es erneut aufnehmen können.

Der Sauerstoffzyklus

Der Sauerstoffzyklus in einem Terrarium mit Tieren
Sauerstoffzyklus in einem Terrarium mit Tieren

Ein weiterer wichtiger Zyklus ist der Sauerstoffzyklus. Wenn du Erde aus deinem Garten oder dem Wald für dein Terrarium benutzt hast, wirst du mit Sicherheit ein paar kleine Tiere in deinem Terrarium haben. Das sind zum Beispiel Springschwänze, Ameisen, Kellerasseln oder andere Asseln, und Würmer oder Schnecken. Mehr über Tiere in deinem ewigen Terrarium lernst du hier. Die brauchen natürlich Sauerstoff zum Atmen und werden ohne ihn ersticken. Den Sauerstoff wandeln sie, wie du selbst auch, in Kohlenstoffdioxid um und atmen es aus. Dieses wiederum nutzen die Pflanzen, um zusammen mit genügend Wasser wieder Sauerstoff und Zucker herzustellen, den sie als Energiequelle benutzen. Soweit, so gut, oder? Ja, fast.

Sauerstoffzyklus in einem Terrarium ohne Tiere
Der Sauerstoffzyklus in einem Terrarium ohne Tiere

Nehmen wir an, du hast dein Terrarium so aufgebaut, dass auf jeden Fall kein einziges Tier darin ist (das ist extrem unwahrscheinlich). Mit genügend Nährstoffen und Wasser werden deine Pflanzen aber dennoch wachsen und gedeihen. Sollte aber nicht irgendwann das gesamte Kohlenstoffdioxid aufgebraucht und in Sauerstoff umgewandelt worden sein? Nein, denn nachts wenn es dunkel ist, können Pflanzen keine Photosynthese betreiben. Stattdessen benötigen sie Sauerstoff und bilden somit einen ganz eigenständigen Zyklus.

Fun Fact! Das ist auch der Grund, warum häufig empfohlen wird, keine Zimmerpflanzen in dein Schlafzimmer zu stellen. Nachts nehmen sie dir Sauerstoff weg und du wachst morgens müder oder vielleicht sogar mit Kopfschmerzen auf. Ersticken wirst du davon aber nicht, weil genug Luft durch den Spalt unter deiner Zimmertür kommt, selbst wenn deine Fenster geschlossen sind.

Und zuletzt der Nährstoffzyklus

Der letzte wichtige Zyklus ist der Nährstoffzyklus. Die Nahrungskette sozusagen. Anfänglich bringst du mit deinem Substrat, den Pflanzen, den Tieren und auch den Steinen Nährstoffe in dein Ökosystem. Diese nutzen die Pflanzen erst einmal, um fleißig zu wachsen.

Nährstoffzyklus in einem ewigen Terrarium
Der Nährstoffzyklus in einem ewigen Terrarium

Die Insekten fressen deine Pflanzen und scheiden sie später natürlich auch wieder aus, wodurch die Nährstoffe wieder in das Substrat gelangen. Falls du keine Tiere hast (was wirklich unwahrscheinlich ist), werden deine Pflanzen irgendwann an einen Punkt stoßen, wo alle Nährstoffe aufgebraucht sind. Das wirst du daran sehen, dass sie nicht mehr wirklich wachsen und sich einige Blätter verfärben. Zunächst werden diese gelb, weil nicht mehr genug Chlorophyll (grün gefärbt und wichtig für die Photosynthese) gebildet werden kann. Danach sterben die Blätter ab, fallen zu Boden und werden dort von Bakterien wieder in ihre Bestandteile umgewandelt. Nun sind die Nährstoffe auch wieder in den Boden zurückgekehrt, womit der Nährstoffzyklus geschlossen ist.

Natürlich habe ich diese Erklärung sehr stark vereinfachen müssen, um sie kurz und anschaulich zu erklären. Prinzipiell hast du nun aber eine Idee, welche drei grundlegenden Zyklen notwendig sind, damit dein ewiges Terrarium auch für immer bestehen bleibt. Wenn du Details zu diesem Thema willst, kann ich dir folgende Ressourcen empfehlen.

Infos über den Wasserzyklus.
Über den Sauerstoffzyklus.
Und über den Nährstoffzyklus.

Zusammenfassung

Ein ewiges Terrarium funktioniert, wenn der Wasserzyklus, der Sauerstoffzyklus und der Nährstoffzyklus im Einklang sind. Diese Zyklen wiederholen sich immer und immer wieder und sorgen für stetige Begebenheiten in deinem Terrarium. Der Wasserzyklus entspricht dem Regen. Der Sauerstoffzyklus sorgt für genügend Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid zum Atmen. Der Nährstoffzyklus entspricht der Nahrungskette und verteilt die Nährstoffe in deinem ewigen Terrarium.

Eine Frage bleibt noch offen! Sind Flaschengärten und ewige Terrarien eigentlich dasselbe? Finde es raus!

Hast du bereits ein ewiges Terrarium?

Wenn ja, dann schicke mir doch ein Bild an jan@terrarium.blog oder auf Instagram bei @terrarium.blog. Schöne Bilder teile ich gerne mit deinem Namen bei Instagram, damit die ganze Welt dein Kunstwerk sehen kann. 🙂

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