Welche Pflanzen eignen sich für ein ewiges Terrarium?

Pflanzen sind die wichtigsten Bewohner für ein ewiges Terrarium. Da ein ewiges Terrarium hermetisch abgedichtet ist, kann kein neuer Sauerstoff hinein gelangen. Ohne Pflanzen könnten Tiere in einem ewigen Terrarium also nicht lange überleben und würden ersticken. Nebenbei sind Pflanzen natürlich auch sehr schön anzusehen. Besonders interessant ist es, ihnen dabei zuzuschauen, wie sie ihre Umgebung in deinem ewigen Terrarium erobern. Natürlich stellt sich da die Frage, welche Pflanzen für ein ewiges Terrarium geeignet sind und welche du lieber nicht verwenden solltest.

Was unterscheidet ein ewiges Terrarium von einem Topf?

Ein ewiges Terrarium unterscheidet sich in unterschiedlichen Aspekten von einer gewöhnlichen Haltung im Topf oder im Blumenbeet. Die hermetische Abdichtung spielt dabei die größte Rolle. Sie sorgt dafür, dass sich in einem ewigen Terrarium drei Zyklen bilden.

Über den Sauerstoff-, den Nährstoff- und den Wasserzyklus kannst du in diesem Artikel mehr lesen.

Abgesehen von der Menge an Licht und der Temperatur in deinem ewigen Terrarium, kannst du nach dem erstmaligen Aufbau überhaupt keinen Einfluss mehr darauf nehmen, wie die Begebenheiten sich dort drin entwickeln. Daher musst du entweder dafür sorgen, dass die Begebenheiten genau richtig für deine ausgewählten Pflanzen sind, oder du nimmst direkt beständige Pflanzen, die mit unterschiedlichen Bedingungen auskommen.

Ist ein ewiges Terrarium nicht einfach nur ein Gewächshaus?

Nein, ein ewiges Terrarium unterscheidet sich von einem Gewächshaus. Gewächshäuser sind dazu gedacht, Pflanzen vor Wind und Wetter zu schützen und ihnen eine höhere Temperatur und Luftfeuchtigkeit bereitstellen zu können. Über die Entdeckung des Gewächshaus-Effekts kannst du im Artikel über den Wardschen Kasten mehr lesen.

Anders als ewige Terrarium bilden sich in einem Gewächshaus aber keine Zyklen. Sie sind nicht hermetisch abgedichtet, da Menschen ja hin und wieder auch mal in ihre Gewächshäuser hineingehen wollen. Es entsteht daher kein richtiger Sauerstoffzyklus.

Der Wasserzyklus entsteht ebenfalls nicht, weil Wasser durch die Zirkulation der Luft über die Luftfeuchtigkeit entkommen kann. Auch ein Nährstoffzyklus ist nicht gegeben, da nicht der gesamte Boden aus Substrat besteht.

Welche Pflanzen eignen sich?

Prinzipiell kannst du alle Pflanzen nehmen, die du in deinem Garten, am Straßenrand, im Wald oder sonst irgendwo draußen findest. Wenn du die Begebenheiten von draußen in deinem ewigen Terrarium ungefähr nachbilden kannst, wird es deinen Pflanzen meist sehr gut gehen.

Manche Pflanzen sind saisonal und verhalten sich im Laufe der Jahreszeiten unterschiedlich. Das sind zum Beispiel die meisten Pflanzen, die Früchte tragen. In meinem ersten ewigen Terrarium habe ich zum Beispiel eine Erdbeerpflanze eingepflanzt.

Im Dezember 2020 war sie sehr klein und zierlich. Im Frühling und Sommer wucherte sie das ganze Terrarium zu und nun, im Oktober 2021, sterben allmählich einige Blätter ab, sodass sie wieder kleiner wird.

Ewiges Terrarium Anleitung
Die Erdbeere im Dezember 2020
Ewiges Terrarium im Bonbonglas mit Schraubverschluss
Total überwuchert im Oktober 2021

Moos – Die widerstandsfähigste Pflanze

Es gibt extrem viele Arten von Moos, die alle ziemlich unterschiedlich aussehen. Manche von denen wirst du vielleicht nicht mal bemerkt haben, selbst wenn sie sich direkt unter dir befinden.

Die meisten Spezies von Moos sind unfassbar widerstandsfähig. Heiße und kalte Temperaturen machen ihnen nichts aus, manche überleben absolute Trockenheit und viele brauchen auch kaum Nährstoffe. Über Moos habe ich hier schon das ein oder andere Mal geschrieben. Ich empfehle dir die beiden nachfolgenden Artikel, wenn du mehr darüber lernen möchtest.

Unkraut – Oder in diesem Falle einfach nur Kraut

Unkraut kennt jeder, aber was ist das denn eigentlich? Ein biologischer Begriff ist es jedenfalls nicht. Er beschreibt keine Gattung von Pflanzen. Unkraut sind nur die Pflanzen, die wir in unseren Gärten eigentlich nicht sehen wollen. Für ein ewiges Terrarium können aber viele Pflanzen davon infrage kommen.

Löwenzahn kann sehr interessant sein. Zuerst hat er eine schöne gelbe Blüte und wie du ja sicher weißt, verwandelt er sich im Laufe seines Lebens in eine fluffige Pusteblume. Löwenzahn sieht man häufig am Straßenrand wachsen. Manchmal kommt er direkt aus den Fugen zwischen den Steinen. Er ist eine sehr widerstandsfähige Pflanze und wird sich in deinem ewigen Terrarium gut zurechtfinden.

Alternativ bieten sich da zum Beispiel auch Disteln an. Die bilden eine schöne lila Blüte und sehen überhaupt gar nicht wie Unkraut aus. Vielleicht möchtest du aber auch einen schönen Rasen in deinem ewigen Terrarium haben. Dann kannst du dich auch für Klee entscheiden.

Auch Brennnesseln sind Unkraut, aber aus denen machst du wahrscheinlich lieber Tee, als dass du sie in dein ewiges Terrarium pflanzt.

Orchideen – Schwierig, aber die Mühe wert

Orchideen kann man mit Unkraut und Moos auf gar keinen Fall vergleichen, natürlich abgesehen davon, dass alle davon Pflanzen sind. Sie sind in der Haltung sehr kompliziert und brauchen sehr bestimmte Bedingungen.

Einerseits brauchen sie stetig eine hohe Luftfeuchtigkeit, dürfen aber nicht in Staunässe stehen. Auch ihre schönen Blüten dürfen nicht nass werden. Außerdem brauchen sie eine Menge Licht, dürfen aber nicht in praller Sonne stehen. Wenn man alle Begebenheiten richtig hinkriegt, lohnt es sich aber. Sie heißen ja nicht umsonst auch Königinnen der Blumen.

Wenn du mehr über Orchideen erfahren willst, empfehle ich dir den ersten Artikel hier. Wenn du einfach nur Ideen für ewige Terrarien mit Orchideen haben möchtest, lies doch den zweiten Artikel.

Bonsais – kleine Bäume für die Fensterbank

Bonsais allein sind ja schon schön anzusehen. Wenn dir das aber nicht reicht und du ihn auch nicht regelmäßig gießen willst, kannst du ihn in ein ewiges Terrarium pflanzen. Dort kannst du dann sogar Insekten auf ihm herumkrabbeln sehen oder beobachten, wie dort andere Pflanzen festwachsen.

Obwohl Bonsais für Bäume ja recht klein sind, sind sie für die meisten ewigen Terrarien doch sehr groß. Du solltest sie also in Erwägung ziehen, wenn du ohnehin ein großes ewiges Terrarium planst. Sie sind nicht ganz so schwierig zu halten wie Orchideen, aber ein paar Details musst du dennoch beachten. Dafür findest du auch hier einen passenden Artikel.


Fleischfressende Pflanzen – eingesperrt und ungefährlich

Fleischfressende Pflanzen sind super beliebt in Haushalten und werden auch häufig für Kinder gekauft. Zwar bekommen sie ihre Nährstoffe durch vorbeifliegende Insekten. Gießen musst du sie aber trotzdem. Da wäre es natürlich ganz interessant, wenn du sie in einem ewigen Terrarium halten könntest.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob fleischfressende Pflanzen ohne eine konstante Zufuhr von Insekten überleben können. Die Frage kann man pauschal nicht mit Ja oder Nein beantworten. Ich habe mir in meinem Artikel über fleischfressende Pflanzen für ewige Terrarien angesehen, welche unterschiedlichen Arten von fleischfressenden Pflanzen es gibt und welche davon für ewige Terrarien infrage kommen.

Alles über Venusfliegenfallen, Sonnentau und Schlauchpflanzen findest du im nachfolgenden Artikel.


Zusammenfassung

Für ein ewiges Terrarium kommen sehr viele unterschiedliche Pflanzen infrage. Am einfachsten ist Moos, da es sehr widerstandsfähig ist und in fast jeder Umgebung gut zurecht kommt. Unkräuter aus dem Garten können auch sehr schön sein. Wenn du es etwas Extravaganteres möchtest, kommen Orchideen, Bonsais oder fleischfressende Pflanzen infrage, bei denen du aber schon stark auch die richtige Haltung achten musst. Das nötige Wissen zu all diesen Pflanzen findest du auf dem Terrarium Blog.

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