Kann man einen Kürbis als Dünger benutzen?

Bald ist Halloween und viele Leute werden geschnitzte Kürbisse bei sich zuhause haben. Aber was kann man mit dem Kürbis tun, wenn Halloween vorbei ist? Bei den meisten Menschen landet er einfach im Biomüll oder auf dem Kompost, wo er traurig vor sich hin verrottet. Wäre doch schön, wenn man Kürbis auch als Dünger verwenden könnte. So kannst du mit den Überbleibseln von Halloween wieder neues Leben erschaffen.

Um deine Frage schon mal kurz und knapp vorweg zu beantworten: Ja, du kannst Kürbis durchaus als Dünger benutzen, wenn du ihn vorher trocknest. Die Details erfährst du jetzt.

Wenn du eher an Substrat für ewige Terrarien interessiert bist, lies hier weiter.

Kürbis-Dünger ist reich an Nährstoffen

Kürbisse (Cucurbita) sind krautige Pflanzen, die kleine, große aber auch vollkommen riesige Früchte tragen können. Man bezeichnet diese Früchte auch als Panzerbeeren. Besonders beliebt zu Halloween sind zum Beispiel der Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima) und der Garten-Kürbis (Cucurbita pepo).

Riesenkürbis Cucurbita maxima eignet sich als Dünger für Terrarien
Ein Riesen-Kürbis. Quelle: KENPEI bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kürbisse sind schon allein durch ihre Größe und ihr kräftiges Fleisch vollgestopft mit Nährstoffen, die sich für ein Blumenbeet oder ein Terrarium super anbieten würden. Über ihre Lebenszeit nehmen sie insbesondere Stickstoff, Phosphor und Kalium auf. Die können später natürlich auch für andere Pflanzen hilfreich werden. Hierbei musst du allerdings beachten, dass manche Pflanzen diese Nährstoffe gar nicht abkönnen.

Das ist zum Beispiel für Venusfliegenfallen schlecht. Sie und viele andere Pflanzen aus Mooren oder Sümpfen haben sich speziell darauf spezialisiert, ohne viele Nährstoffe im Boden auszukommen. Im Falle von Venusfliegenfalle führt ein zu hoher Stickstoffgehalt dazu, dass ihre schicken Fangblüten nicht mehr so groß werden oder im schlimmsten Falle sogar ganz ausbleiben. Du solltest dich also in jedem Falle vorher informieren, für welche Pflanzen du keinen Stickstoff, Phosphor oder Kalium verwenden solltest.

Wie du Kürbisse zu Dünger verarbeitest

Du kannst den Kürbis zwar theoretisch einfach so unter deine Erde mischen und hoffen, dass es klappt. Das ist allerdings nicht die beste Methode. Ein feuchter Kürbis, der schon über mehrere Tage in deinem Haus oder draußen herumstand, ist der perfekte Nährboden für Schimmel. Schimmel heftet sich super gerne an Pflanzen und raubt ihnen die Nährstoffe. Würdest du deine Pflanzen also mit feuchtem Kürbis düngen, ist das eher Glückssache.

Viel besser ist es, deinen Kürbis zuerst zu trocknen, um alle Bakterien und Pilzsporen zu neutralisieren. Um deinen Kürbis zu trocknen, schneidest du ihn zuerst in kleine Stücke, die du auf ein Backblech legen kannst. Mit dem Platz auf dem Backblech brauchst du nicht sparsam sein. Du kannst du Stücke auch ruhig stapeln, solange sie noch in deinen Backofen passen. Beim Trocknen verlieren sie eine Menge Wasser und werden deutlich kleiner.

Zum tatsächlichen Trocknen stellst du deinen Backofen auf circa 50°C bis 60°C. Am besten benutzt du Umluft, aber Ober-Unter-Hitze ist auch natürlich auch okay. Nun lässt du deine Kürbisstücke für drei bis vier Stunden im Backofen trocknen. Wenn sie danach staubtrocken sind, hast du zwei Möglichkeiten, sie als Dünger zu verwenden

Ganze Stücke vergraben

Du kannst dir einen Platz in deinem Garten oder deinem Terrarium aussuchen und dort ein Loch von circa 20 cm bis 30 cm graben, in das du die Kürbisstücke legst. Dann vergräbst du sie und lässt sie dort von den Würmern fressen. Eine Pflanze kannst du jetzt direkt noch nicht dort vergraben, sondern solltest bis zum Frühjahr warten. Bis dahin haben die Würmer im Boden so viel von deinem Kürbis gegessen, dass sie dort ordentlich natürlichen Dünger und auch besonders viele Gänge für bessere Belüftung hinterlassen haben.

Pulverisieren und sprenkeln

Die andere Möglichkeit ist es, den Kürbis direkt nach dem Trocknen in einen Plastikbeutel zu geben und ihn mit einem Holzhammer zu pulverisieren. Dieses Kürbispulver brauchst du nicht vergraben, sondern kannst es direkt oben auf die Erde deiner Pflanzen sprenkeln. Das ist besser als die erste Möglichkeit, weil du dein Terrarium dann nicht nochmal umstrukturieren und verändern musst.

Hier noch einmal ganz kurz zusammengefasst:

  • Kürbis in Stücke schneiden
  • Kürbisstücke auf Backblech legen
  • Für 3-4 Stunden bei 50°C bis 60°C im Backofen trocknen
  • Ganze Stücke unter Blumenbeet vergraben
  • oder die Kürbisstücke pulverisieren und sprenkeln

Zusammenfassung

Kürbis eignet sich wunderbar als Dünger, wenn du ihn nicht mehr brauchst. Nass solltest du ihn nicht verwenden, sondern ihn erst im Backofen trocknen. Im trockenen Zustand kannst du ihn entweder in ganzen Stücken vergraben und dort später eine Pflanze pflanzen, oder du pulverisierst ihn und sprenkelst ihn über dein Terrarium oder Blumenbeet. Da Kürbisse reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium sind, solltest du vorher prüfen, ob deine Pflanzen das vertragen.

Du kannst deinen Kürbisdünger übrigens super benutzen, um selbst Basilikum zu züchten!

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